Autor: arfilmadmin

Zsuzsánna Berger-Nagy

Zsuzsánna Berger-Nagy
Pädagogische Mitarbeiterin

Mehr als eine halbe Millionen Menschen aus dem In- und Ausland besuchen jährlich die Gedenkstätten Buchenwald. Rund 130.000 von ihnen, allen voran Schülergruppen, nutzten im vergangenen Jahr auch das pädagogisches Angebot der Gedenkstätte. Ob Führungen, Seminare oder ganze Projekttage – das Bildungsangebot ist vielfältig und ebenso umfangreich sind auch die Herausforderungen für die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort. Seit elf Jahren ist die Gedenkstätte Buchenwald der Arbeitsplatz von Zsuzsanna Berger-Nagy.Ihr Büro ist völlig gewöhnlich: Schreibtisch, Computer, Kaffeemaschine – nichts lässt vermuten, dass dieser Raum  früher einmal Teil der Kommandantur des Konzentrationslagers war.

Menschen in Buchenwald

Buchenwald – dieser Ort ist ein Tatort der NS-Verbrechen, ein Zeugnis der Geschichte, die nie hätte passieren dürfen. Das Gelände auf dem Ettersberg unweit von Weimar ist zugleich KZ-Gedenkstätte und Friedhof für viele Tausende Menschen, die hier ermordet wurden. Diese Grabstätten sind eingefügt in das Buchenwald-Mahnmal welches 1958 eingeweiht wurde. 70 Jahre nach der Befreiung des Lagers steht Buchenwald nicht still. Rund eine halbe Millionen Menschen besuchen jährlich die Gedenkstätte. Schulklassen, Jugendgruppen, einzelne Besucher.

Buchenwald – eine Annäherung, Part 1

Seit Frühjahr 2015 entsteht meine Dokumentation über den Aufbau der neuen Dauerausstellung der Gedenkstätte Buchenwald. Die Eröffnung der Ausstellung am 17. April 2016 wird das Ende dieses Films der a+r film in Zusammenarbeit mit ZDF und 3sat markieren. Parallel entsteht ein filmisches Portrait des Leiters der Stiftung der Gedenkstätte Volkhard Knigge. Da ist das Tor, die weite Fläche des Appellplatzes, der unförmige Bau der sog. Effektenkammer (in der die neue Ausstellung aufgebaut wird), da ist der farbige Schotter, der die Grundrisse der längst abgebauten Baracken zeigt. Im Hintergrund, Richtung Harz, den man bei klarem Wetter sieht, die Windräder der Deutschen Energiewende. Dazwischen Wald. Buchenwald.

„Buch unter Druck“ – Die Preview in Bordeaux

Am 7. Oktober abends, eine Woche vor Ausstrahlung des Films auf Arte, gab es in Bordeaux in der Librairie Mollat eine festliche Preview mit 120 Gästen. Darunter waren natürlich die l`Equipe Mollat mit ihrem „Hauptdarsteller“ Denis Mollat und seinem deutschen Pendant Carsten Wist. Von den „Filmleuten“ haben Martin Pieper ZDF/Arte und Siegfried Ressel der Autor/Regisseurs des Films mitgefeiert. Voilà! Denis Mollat + Siegfried Ressel     (c) Francesca Brochetta

Eines von insgesamt 19 Schaufenstern in der Innenstadt von Bordeaux.

Buch unter Druck – eine Kontroverse

Unser neuer Film, zu sehen am 14. Oktober 2015, um 21.30 auf arte   Schon in den Anfängen der digitalen Zeiten wurde der Beginn einer papierlosen Welt verkündet und damit der Untergang des Buches prognostiziert. Seit dem sind nun schon einige Jahre vergangen, die Umsatzanteile digitaler Bücher sind mittlerweile eine Tatsache, große Buchhandelsketten und „der Buchhändler an der Ecke“ verschwinden, und Onlinehändler wie ‚amazon‘ stellen den Buchmarkt auf den Kopf. Das Buch in seiner klassischen Form wird heftig  in Frage gestellt. Genauso wie die dazu gehörigen Verlage und Buchhändler. Wozu Bücher? Wozu noch Buchhandlungen? Wozu Verlage, wenn es Selfpublishing gibt? Alles nur noch anachronistische Überbleibsel einer längst vergangenen analogen Zeit? Eine unlösbare Kontroverse, die unser Kultur- und Leseverständnis in Frage stellt.

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Wohnzimmer – Hinter diesen Fenstern

Eine 3sat Serie von Siegfried Ressel Das Wohnzimmer, die berühmten eigenen vier Wände, das Haus, das Loft, der Bauwagen, das Hausboot. Hier tobt das Individuum, hier steht es in keinem Wettbewerb, es muss sich keiner Gruppe zugehörig fühlen und darf stattdessen auf dem Sofa fläzen. Die Dinge des Lebens lagern sich derweil als Sedimente in Regalen ab. Bücher, Schallplatten und CDs als Erinnerungspfeiler der eigenen Vita. Die Wohnung als Bühne. Als Kulisse des privaten Seins. Als Schicksal. Stylisch, provisorisch, gemütlich, normal oder schrill. Räume voller Geschichten oder absichtsvoll entleert. Willkommen im „Wohnzimmer“!