Buchenwald, Imre Kertész

Imre Kertész ist tot.

 

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Am Freitag den 29. April 2016 ist Imre Kertész in Budapest begraben worden. Seine Freunde richteten das Begräbnis aus.  Viele Menschen kamen an diesem Nachmittag der hochsommerlich gewesen ist, um Abschied zu nehmen. Die meisten von ihnen waren seine Leserinnen und Leser. In „Letzte Einkehr“, das ein Tagebuch ist, schreibt Imre Kertész unter dem 12. Februar 2006: „Jeden Tag denke ich an den Tod. Ich denke jeden Tag an den Tod. An den Tod denke ich jeden Tag.“ Dass dieser Mensch, der so viele Tode überlebte, tatsächlich einmal tot sein sollte, schien mir –im Gegensatz zu ihm– undenkbar. Undenkbar.

Sein Grab liegt unter Platanen; der Friedhof, nah am Ostbahnhof gelegen, ist wunderschön, ja verwunschen. Die Fotos entstanden am Samstagmorgen, also wenige Stunden nach der Beerdigung. Ein kleiner, wohl zum Friedhof gehörender Hund, lief emsig über weite Wiesenflächen, und über dem Grab von Kertész sangen Nachtigallen. Sonst nichts.

Text und Fotos Siegfried Ressel

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